Stigmata zur Diskussion

Rob Steinbuch, 12. November 2012 (ergänzt am 1. Dezember 2012)

Am Samstag 13. Oktober 2012 wurde in Zeist (Holland) ein öffentliches Gesprächstreffen über „Stigmata“ gehalten. 

Die folgenden Themen werden dabei besprochen: 

- Die Bilanz nach acht Jahren; die Arbeit von Judith von Halle. 

- Stigmata im Lichte der Religionswissenschaften. 

- Stigmata im Lichte der Anthroposophie. 

- Die Zukunftsperspektive. 

Am Samstag 13. Oktober 2012 wurde in Zeist (Holland) ein öffentliches Gesprächstreffen über „Stigmata“ gehalten. 

Die folgenden Themen werden dabei besprochen: 

- Die Bilanz nach acht Jahren; die Arbeit von Judith von Halle. 

- Stigmata im Lichte der Religionswissenschaften. 

- Stigmata im Lichte der Anthroposophie. 

- Die Zukunftsperspektive. 

Der Anlass zu diesem Treffen war das Bedürfnis über das Thema „Stigmata“ mit einander zu sprechen. Seit den Ereignissen während der Passionszeit 2004 in Berlin hat dieses Thema auch innerhalb der anthroposophischen Gemeinschaft mehr Interesse bekommen. Rund um dieses Thema sind einige Fragen entstanden: 

- Wie stehen wir von der Anthroposophie aus gesehen gegenüber das Stigmata Ereignis? 

- Wie verhalten wir uns gegenüber die Arbeit von Judith von Halle? 

- Welche Bedeutung hat diese Arbeit für die Anthroposophie? 

- Und andere Fragen die Teilnehmer diesbezüglich weiter stellen möchten… 

Diese Aufzeichnung enthält Dokumentation zur Vorbereitung dieses Treffens und anschließend einen Bericht vom Gespräch selbst. 

Die Bilanz nach acht Jahren 

Judith von Halle wurde 1972 in Berlin geboren. Sie studierte Architektur und hat als Architektin gearbeitet. Bereits als Kind fühlte sie sich besonders mit Christus verbunden. Sie lernte die Anthroposophie im Jahre 1997 kennen und trat in Dienst der Deutschen Anthroposophischen Gesellschaft. Dort war sie bis 2005 teilzeitbeschäftigt. Von 2001 bis 2003 hielt sie im Rudolf Steiner Haus in Berlin Vorträge über das esoterische Judentum und die Apokalypse von Johannes. 

In der Passionszeit von 2004 traten bei ihr die Wundmale Christi auf. Seit diesem Ereignis kann sie nur Trinkwasser zu sich nehmen. Sie hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihre Bücher sind erwähnt im Anhang dieser Aufzeichnung. 

Im ersten Teil ihres ersten Buches „Und wäre Er nicht auferstanden…“ wird eingegangen auf ihre Erlebnisse und auf die unumkehrbaren und sehr wesentlichen Änderungen in ihrer Konstitution während und nach der Stigmatisation (Lit. 1, Seiten 11 – 62). Weiter enthält dieses Buch die Texte der Vorträge, die Judith von Halle, zusammen mit Peter Tradowsky, am 10. Oktober, 7. November und 12. Dezember 2004 und am 30. Januar, 6. März, 10. April und 14. Mai 2005 in Berlin gehalten hat. Man kann dieses Buch betrachten als Grundlage für ihre weiteren Veröffentlichungen. 

 

Ihre Vorträge und Bücher beziehen sich hauptsächlich – aber nicht ausschließlich – auf die Christologie, wobei sie anschließt an die diesbezügliche Arbeit von Rudolf Steiner. 

Ebenso wie der Fall ist bei anderen Stigmatisierten, kann Judith von Halle „schauen“ in den Ereignissen in der Zeit des Lebens Jesu. Sie spricht in Zusammenhang damit von „Zeitreisen“. 

Sie hat bis jetzt 17 Bücher geschrieben, die im Anhang dieser Aufzeichnung erwähnt sind worden. Davon gibt es 10 Bücher mit einer römischen Zahl und bezeichnet als „Beiträge zum Verständnis des Christus-Ereignisses“. Diese Bücher enthalten Eindrücke aus ihren Zeitreisen. 

Wolfgang Garvelmann (†) hat in seinem Buch „Sie sehen Christus – Erlebnisberichte von der Passionszeit und der Auferstehung Christi, usw.“ diese Berichte verglichen mit den diesbezüglichen Mitteilungen von Anna Katharina Emmerick und Therese Neumann (Lit. 2). 

Judith und ihr Ehemann Carl-August leben in Berlin, aber wohnen auch oft in Dornach. 

Judith von Halle war zum ersten Mal am 12. und 13. Juni 2010 in Holland. Sie hielt damals in Zeist einen Vortrag mit als Thema „Der ätherische Christus und der kleine Kuppelsaal im Ersten Goetheanum“. 

Am 24. und 25. März 2012 war sie wieder in Holland mit Themen aus der Christologie von Rudolf Steiner. 

Die Stigmatisation von Judith von Halle in 2004 verursachte eine große Aufregung innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland (AGiD). Viele Mitglieder beurteilten dieses Ereignis als positiv, aber der AGiD Vorstand konnte es nicht akzeptieren. In September 2005 erschien in „Mitteilungen“ eine offizielle Erklärung des AGiD Vorstandes, worin die Stigmatisation und ihre Folgeerscheinungen als unvereinbar mit der Anthroposophie wurden abgewiesen. 

Damit wurde die Arbeit von Judith von Halle innerhalb der AGiD faktisch unmöglich gemacht. Darum wurde in der Frühling von 2006 eine Gruppe auf sachlichem Feld gegründet, die direkt innerhalb der Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (AAG, mit Sitz in Dornach), arbeiten konnte. Diese Gruppe wurde „Freie Vereinigung für Anthroposophie“ genannt. Diese Vereinigung versorgte die Organisation der weiteren Vorträgen von Judith von Halle. 

Die AGiD Mitgliedersammlung entschied zu einer Untersuchung und ernannte 2006 eine „Urteilsfindungskommission“. Diese erstattete ihren Bericht in 2008, wobei den Vorstand gefragt wurde um wieder Kontakt mit Judith von Halle aufzunehmen. Am 8. Dezember 2012 wird in Essen ein erstes öffentliches Gespräch vom AGiD Vorstand mit Judith von Halle c.s. stattfinden. 

Inzwischen war Judith von Halle auch einige Male eingeladen um im Goetheanum in Dornach Vorträge zu halten. Dabei war der große Saal voll belegt. Auch schrieb sie Artikel für Das Goetheanum (Wochenschrift). 

Aber der AAG Vorstand hatte ebenfalls große Probleme mit dem Stigmata Ereignis. Vorstandsmitglied Sergej O. Prokofieff veröffentlichte in 2008 das Buch „Das Mysterium der Auferstehung im Lichte der Anthroposophie“. Er fügte einen Anhang zu diesem Buch, worin er Stigmatisation mit Nachdruck abwies (lit.3). 

Peter Tradowsky replizierte umgehend mit einem Buch (Lit. 4). 

 

Aufgrund einer Frage von einigen Mitgliedern nach dem Standpunkt des AAG Vorstandes, erklärte der Vorstand in ihrem Brief vom 28. Oktober 2010 an einigen Mitglieder das der ganze Vorstand mit der Abweisung von Herrn Prokofieff einverstanden war (Lit. 5). 

Seitdem wird Judith von Halle auch nicht mehr eingeladen um im Goetheanum einen Vortrag zu halten oder einen Beitrag für das Wochenschrift zu liefern. Auch werden ihre Bücher nicht mehr im Wochenschrift rezensiert. 

Vor kurzem hat Sergej O. Prokofieff dieses Thema wiederum in einem Buch erwähnt (Lit. 6). Seine Meinung hatte sich offensichtlich nicht geändert. 

Es ist bemerkenswert dass weder der AGiD noch der AAG Vorstand bei ihrer Stellungnahme nach Aussprachen von Rudolf Steiner über dieses Thema verwiesen haben. Über seine diesbezüglichen Aussprachen ist 2011 eine Aufzeichnung geschrieben (Lit. 7). Diese Aufzeichnung steht in einer niederländischen, deutschen und englischen Fassung zur Verfügung und ist weltweit verteilt worden. 

Stigmata im Lichte der Religionswissenschaften 

Stigmatisation kommt seit dem 13. Jahrhundert in West Europa vor. Schätzungsweise haben rund 350 Personen während ihres Lebens die „Wundmale Christi“ getragen. 

Beschreibungen, Analysen und eine Namenliste (nach Jahrhundert) kann man zum Beispiel finden in Lit. 8 und 9. Auch sind viele zuverlässige Informationen in Enzyklopädien zu finden, wie zum Beispiel in der Encyclopedia Brittanica und in Wikipedia. 

Vom Anfang an kommen bei der Namenlisten auch Personen aus der Niederlanden vor. Das meist rezente Beispiel einer stigmatisierten Person aus Holland ist Dora Visser aus Gendringen, die von 1819 bis 1876 lebte. Sie empfang die Wundmale Christi in 1843. Ihre Seligsprechung wird in 2014 erwartet. 

Vermutlich gibt es heute weltweit rund 25 Personen mit Stigmata. 

Das Interesse für dieses Thema nimmt zu. Man darf annehmen das dieses zumal zusammenhängt mit dem Aufstieg der „neuen Spiritualität“. Es erscheinen seit den letzten Jahrzehnten auch mehr Publikationen über dieses Thema. Dabei gibt es auch Publikationen, worin jeder übersinnliche Charakter der Ereignisse kategorisch abgewiesen wird. 

Die Stigmatisation ist meistens verbunden mit anderen tief eingreifenden Konstitutionsänderungen. Auf der Ebene von Moralität und Benehmen tritt eine „Metanoia“ auf. Man verschenkt sich fortwährend und fängt an als eine lebendige Quelle zu funktionieren, woraus geistige und soziale Impulse – in ihrer gegenseitigen Zusammenhang – hinausströmen. Diese haben eine sehr heilsame Wirkung – wenn die Umgebung damit wenigstens vernünftig umgeht. 

Allgemein wird angenommen das Stigmatisation zusammenhängt mit der tiefst möglichen mystischen Vereinigung eines Menschen mit Christus. Diese mystische Vereinigung ist für jeden Mensch bis auf bestimmten Höhe (Tiefe) möglich, aber bei der außerordentlichen Situation, wobei Stigmatisation auftreten kann gibt es doch etwas ganz besonders. Es wird sozusagen eine Einladung zum Beteiligten gerichtet, wobei diese Person in Freiheit um das Ja-Wort gebeten wird. 

Man kann Stigmatisation also nicht aus eigener Initiative zustande kommen lassen. 

Die Biographie von Adrienne von Speyr (1902 – 1967) ist davon ein Beispiel. Sie hatte eine blühende ärztliche Praxis in Basel. Sie war geheiratet und hatte zwei Stiefkinder. Dabei war sie tief religiös. In der Frühling von 1941 hatte sie eine Engelerlebnis. Ihr Besucher sagte zu ihr das „es bald anfangen würde, vorausgesetzt dass sie ihres Ja-Wort geben möchte“. Darauf machte sie wöchentlich zwischen Freitag und Sonntag Erlebnisse durch, die viele Ähnlichkeit zeigen mit den Erlebnissen worüber Judith von Halle in Lit. 1 spricht. In Juli 1942 trat die sichtbare Stigmatisation ein. Ihr weiteres Leben könnte man exemplarisch nennen für das Leben einer Stigmatisierte in heutiger Zeit. Sie versuchte ihre ärztliche Praxis so viel wie möglich weiterzuführen, aber es kam eine Menge neue Arbeit dazu! Sie schrieb das eine Buch nach dem anderen (es sind inzwischen 50 herausgegeben), organisierte Zusammenkünfte für religiöse Vertiefung und gründete dazu ein eigenes Institut. Aber vor allem stand sie immer andern hilfsbereit zur Verfügung (Lit. 8, Seiten 7 – 10). 

Der Stigmatisationsprozess wird meistens als „Mysterium“ bezeichnet. Bei Stigmatisation treten irreversible, sehr wesentliche Änderungen in der menschlichen Konstitution auf, die humanwissenschaftlich (medizinisch und psychologisch) nicht erklärbar sind. Sie können nur das Ergebnis von einem Eingriff einer „unsichtbaren Welt“ sein. Damit ist eine Erklärung dieses Ereignisses nicht gegeben, aber wohl die Richtung, worin wir suchen müssen wenn wir versuchen eine Erkenntnis über das Ereignis und dessen Zweck zu bekommen. 

Es können dabei verschiedene äußerliche Erscheinungen auftreten, wie: 

- Das in Erscheinung treten der eigentlichen Stigmata. Dabei entstehen offene Wunden an beiden Seiten der Hände, Füße und an rechter Seite. Zusätzlich können Stigmata auf Haupt (Dornenkrone) und Brust entstehen. Auch können zuerst rote Flecke auf diese Örter erscheinen. Die können wieder verschwinden. 

- Man kann keine Nahrung mehr ertragen und kann nur Wasser zu sich nehmen; man spricht dann von Nahrungslosigkeit. 

- Eine starke Vergrößerung vom Wirkungsbereich der Wahrnehmungsfähigkeit. 

Dabei kann die Person in großer Entfernung genaue Wahrnehmungen machen. Retrospektive und prospektive hellseherische Fähigkeiten kommen auch vor. Das trifft im Besonderen zu für das Leben Jesu. Das erlebt man mit als wäre man ein Zeitgenosse. 

Nicht alle in der Literatur erwähnten Erscheinungen werden auch immer auftreten! 

Auch auf dem Gebiet der Seeleneigenschaften können tiefgreifende Änderungen auftreten. So kann man die Erlebnisse während des Leben Jesu einarbeiten zu klaren zusammenhängenden Zeugenaussagen. 

Meistens kann man eine positive Entwicklung des Charakters wahrnehmen, wobei eine Persönlichkeit entsteht die kräftiger und reicher wird. Ein Stigmatisierter ist gar kein Zombie! 

Es kommt vor das man im Stande ist Aussprachen zu machen wobei die ursprüngliche Ebene der eigenen Kapazitäten und Möglichkeiten weit übertroffen wird. Man kann sehr tiefsinnige Gespräche führen oder Schriften von außerordentlicher Qualität hervorbringen. 

Man wird immer versuchen um - wenn möglich - den Mitmensch in Not zu helfen. 

Wie schon erwähnt ist das Verhalten der Umwelt von großer Bedeutung. Oft treten erhebliche Schmerze und große emotionelle Spannungen auf. Das erfordert von der Umgebung Sorgfalt und Zurückhaltung. Man möchte das Stigmatisationsgeschehen meistens 

in äußerster Intimität durchleben und hat dann auch kein einziges Bedürfnis an Publizität. Das trifft im Besonderen zu für die Zeit der tiefen Meditation, die meistens zwischen Freitagnachmittag und Samstag oder Sonntag liegt. Das Nachjagen von Sensation oder übertriebene Bewunderung von der Umwelt heraus ist vom Übel. Das Beauftragen von Mystiker kann zu Enttäuschungen führen: Mystik lässt sich nicht disziplinieren! 

Vorstände von Institutionen möchten oft „alles unter Kontrolle haben“, aber so etwas gibt es hier nicht. Auch das zeigt sich eine Reibereiquelle zu sein. 

Die finanzielle Seite ist eine besondere Angelegenheit. Die Person möchte nichts „verdienen“ , weil man austeilt was man geschenkt bekommen hat. Aber man muss leben können, muss sich kleiden, muss wohnen und reisen usw. 

Wie im ganzen Stigmatisationsprozess die Freiheit eine wesentliche Rolle spielt, so soll auch das Verhalten zum Umwelt von der Freiheit getragen werden. Es könnte darum nie der Rede sein von einem Lehrer – Schüler Verhältnis. Die Umwelt muss eine absolut Freiheit haben um zum Stigmatisationsereignis eine Affinität zu haben oder nicht. Daran darf nie ein moralisches Urteil verbunden werden. 

In bestimmten Fällen kann gesprochen werden von einer „misslungenen Einweihung“ , oder von Betrug oder psycho-pathologischer Selbstverkrüppelung. Bei der heutigen professionellen Betreuung wird sich das schon recht schnell herausstellen. In früheren Zeiten könnte das anders gewesen sein. 

Die theologische Begründung des Ereignisses ist fortwährend in Bewegung. Die historisch-kritische Bibelexegese war während eines großen Teiles des 20. Jahrhunderts sehr bedeutend für die Beurteilung des Lebens Jesu. Für die Anhänger der sogenannten Entmythologisierungstheologie war das Akzeptieren von übersinnlichen Ereignissen sehr problematisch. Und was könnte man dann anfangen mit so etwas wie Stigmatisation? 

Diese Problematik spielte zum Beispiel eine Rolle bei der wechselnden Beurteilung der Stigmatisation des Franziskaners Padre Pio (1887 – 1968) von der katholischen Kirche. 

Innerhalb des Ordens der Franziskaner wird heute sogar auch die Stigmatisation von Franz von Assisi selbst, vor fast 800 Jahren, zur Diskussion gestellt. Die niederländischen Franziskaner haben Oktober 2004 eine Tagung gehalten über die Frage: wenn Franz von Assisi nicht wirklich stigmatisiert wurde, was war da dann los? Der Tagungsbericht ist als Büchlein herausgegeben worden (Lit. 10). Es war klar das diese Frage nicht „technisch“ zu lösen war. Aber aus diesem Buch zeigte sich nochmals wie unglaublich inspirierend das Leben und die Arbeit von Il Poverello selbst ist, auch heutzutage. Bei der Tagung handelte es sich eigentlich um ihn, und nicht um seine Wundmale! 

Man könnte die Frage stellen warum zwischen der Stigmatisation von Franz von Assisi am 24. September 1224 und seinem Sterben am 3. Oktober 1226 nur zwei Jahre gelegen haben. Und was hat er unterdessen gemacht? Auch darüber ist nicht so viel bekannt, aber er hat jedenfalls dann das Sonnenlied gesungen. 

Das Stigmata Ereignis hat sich weiter in Bewegung gesetzt. Es wird immer mehr ein weltweites Ereignis und beschränkt sich immer weniger zur direkten Glaubensgemeinschaft 

der katholischen Kirche. Es wird in verstärktem Masse ein individualisiertes Geschehen. Die Umgebung hat dabei eine umhüllende, unterstützende Aufgabe. 

Stigmatisation im Lichte der Anthroposophie 

Rudolf Steiner hat sich einige Male über Stigmata geäußert. Er hat sich dabei vermutlich auch basiert auf Ergebnissen seiner okkulten Forschung (aus der Akasha Chronik). Dabei erstattete er in aufeinanderfolgenden Vorträgen Bericht über die Sachlage seiner Forschung. Wenn man diese Vorträge dann nacheinander durchnimmt sieht man die Entwickelung seiner diesbezüglichen Erkenntnissen. 

Rudolf Steiner hielt vom 22. August bis 4. September 1906 vierzehn Vorträge in Stuttgart. Während der zwei letzten Vorträgen besprach er drei Schulungswege: die orientalische Joga-Schulung, den christlichen Schulungsweg und den Rosenkreuzer-Schulungsweg. 

Während des Vorträges am 3. September beschrieb er den christlichen Schulungsweg mit sieben Stufen. Die erste Stufe ist die Fußwaschung. Während der vierten Stufe, die der Kreuzigung, treten an den Stigmata - Orten Rötungen auf. Die siebente Stufe ist die der Auferstehung, und diese lässt sich nicht in Wörter beschreiben. Anschließend sagte er: „Wenn der Mensch diese siebente Stufe durchlebt hat, dann ist das Christentum ein innerliches Erlebnis seiner Seele geworden. Er ist dann ganz vereinigt mit dem Christus Jesus; der Christus Jesus ist in ihm“ (Lit. 11). 

Rudolf Steiner ging darauf näher ein in seinen Vorträgen vom 6. Juni 1907 in München, vom 30. Mai 1908 in Hamburg und am 14. Oktober 1911 in Karlsruhe. Diese Vorträge sind zusammengefasst in der Aufzeichnung „Stigmata im Lichte der Anthroposophie“ (Lit. 7). 

Im Vortrag vom 6. Juni 1907 wird zum ersten Mal die sechste Stufe angegeben als „Grablegung und Auferstehung“ und die siebente Stufe als „Himmelfahrt“. 

Im Vortrag vom 30. Mai 1908 wurde zum ersten Mal gesprochen über das in Erscheinung treten von Stigmata. 

Im Vortrag vom 14. Oktober 1911 wurde dabei auch ausgesprochen dass bei der Stigmatisation ein Anfang gemacht wird mit dem empfangen des Phantoms (auch bezeichnet als „Auferstehungsleib“). Dieser Aspekt bekam in verschiedenen Vorträgen dieser Reihe viele Beachtung. 

Die Grundhaltung für diesen Schulungsweg ist die Demut. Das Ergebnis ist die „Katharsis“, oder „Säuberung“. 

Es ist klar dass Rudolf Steiner in allen genannten Vorträgen mit tiefstem Respekt über das Erscheinen der Stigmata sprach. 

Bei alle vier genannten Vorträgen wurde zusammen mit dem christlichen Schulungsweg, der zur Stigmatisation führen kann, immer auch der Rosenkreuzer-Schulungsweg genannt. Beide Wege können weiter zum gleichen Ergebnis führen. 

Der christliche Schulungsweg erfordert eine bestimmte Zurückgezogenheit, und wird darum nur für wenige der richtige Weg sein. Weiter erfordert dieser Weg einen tiefen, lebendigen Glauben in Christus-Jesus als historische Gestalt und fragt er eine Verbindung mit dem 

 

Johannes-Evangelium – und insbesondere mit den ersten Sätzen, die über den Logos handeln – und mit der Apokalypse. 

Der Rosenkreuzer-Schulungsweg eröffnet mehr Möglichkeiten. Christus kann dabei sowohl explizit als auch implizit erlebt werden. Beim expliziten Erlebnis kann eine bestimmte Verwandtschaft mit dem christlichen Schulungsweg auftreten. Beim impliziten Erlebnis kann die konkrete Deutung des Wortes „Christus“ eventuell sogar ganz unterbleiben. 

Hieraus ergibt sich wie weit die Freiheit des Menschen sich entwickelt hat. 

Wenn wir versuchen dieses in die heutige Kultur umzusetzen, wo die Begegnung mit Christus zentral steht, dann könnte man sagen dass diese Begegnung sehr gut einen impliziten Charakter tragen könnte. Das Gewissen ist dabei die Quelle der impliziten Christuswirkung geworden. Aber diese Begegnung kann auch explizit sein, bis ins physische. Dass könnte auch ein Anfang sein von einem bewussten Streben nach einer Vereinigung mit Christus. 

Selbstverständlich geht es in beiden Fällen nicht um das Christuswesen in Seiner vollen Größe. Wir würden eine Begegnung damit einfach nicht vertragen können – und noch weniger eine Vereinigung! Es geht um das (ganz kleine) Teil womit wir die Begegnung oder Vereinigung doch vertragen können. 

Es ist nur ein Mal vorgekommen dass das Christuswesen sich in vollem Umfang mit einem Menschen verbunden hat: dass war am Moment des Kreuzestodes Jesu. 

Es ist klar das beide Schulungswege einander ergänzen und verstärken können. 

Das könnte der Beweggrund Rudolf Steiners gewesen sein um diese beiden Wege so deutlich neben einander zu erwähnen. 

Es handelt sich hierbei um das Herz der Anthroposophie. Bei beiden Schulungswegen geht es um Durchchristlichung. Das wird in der vierten Strophe des Grundsteinspruches beschrieben, wo es um die Bedeutung vom „Wendepunkt der Zeiten“ geht. Jeder Mensch kann – wenn er das will – das „Licht von Christus“ empfangen. Dann wird dieses Licht von den Menschen umgearbeitet zur „Weisheit der Könige“ und zur „Liebe der Hirten“, um sich dann damit an die Arbeit zu machen. Damit „gut werde, was wir aus Herzen gründen, aus Häuptern Zielvoll führen wollen“. 

Innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wird manchmal verwiesen auf den Standpunkt von Ita Wegman über die Stigmatisation von Therese Neumann ( 1898 – 1962). Sie hat darüber 1927 einen Artikel geschrieben (lit. 12). Ita Wegman wies dabei Stigmatisation ausdrücklich ab. Die Frage ist wie dieses mit der positiven Vorgehensweise von Rudolf Steiner überein stimmt. Wenn man die Biographie von Ita Wegman darauf untersucht zeigt sich dass sie höchstwahrscheinlich nicht anwesend war bei den Vorträgen worin Rudolf Steiner über Stigmata gesprochen hat. Darüber ist eine Aufzeichnung geschrieben (Lit. 13). 

Karma und Reinkarnation sind bedeutende Themen im Werke Rudolf Steiners. 

Man könnte sich dabei fragen was die karmischen Folgen von Stigmatisation sein könnten. 

Rudolf Steiner hat darüber insofern mir bekannt nie etwas gesagt. 

Im vorangehenden Kapitel wurde die Frage gestellt was die Bedeutung sein könnte von der Stigmatisation von Franz von Assisi rund zwei Jahre vor seinem Tod. Ich glaube nicht das es dabei handelte um eine Art „höchste Auszeichnung“, die an jemandem fast postum gegeben wird. 

Rudolf Steiner hat in seinen Vorträgen am 29. Mai 1912 in Norrköping (GA 155) und am 18. Dezember 1912 in Neuchatel (GA 130) gesprochen über eine vorige und eine zukünftige Inkarnation der Individualität van Franz von Assisi. 

Diese war rund 700 inkarniert worden als Schüler einer christlich-buddhistischen Schule am Schwarzmeer. Das erklärt den besonderen Charakter des Ordens. Nach der Inkarnation als Franz von Assisi ist diese Individualität nachher nur noch einmal kurz auf Erde inkarniert worden; die betreffende Person ist als Kind gestorben. 

Kann es so sein das diese Individualität tatsächlich seine Tätigkeit vom geistigen Welt aus auf Erde weiterführt, und zwar derartig das wir die Ergebnisse daraus auch wirklich erleben können? 

Und könnte die Stigmatisation, so relativ kurz vor seinem Sterben, daran einen Beitrag geleistet haben? In diesem Lichte bekommt die große Bedeutung die Franz von Assisi bis heute für viele Menschen hat vielleicht wieder eine neue Dimension. 

Gibt es von der Anthroposophie aus auch etwas zu bemerken über den Zeitpunkt wenn Stigmata vorkommen, und zwar im 13. Jahrhundert? 

Rudolf Steiner hat in seinem Vortrag vom 15. Februar 1909 in Berlin (GA 107 und 109) die Eigenschaften der Seelen besprochen die für die Mystik erforderlich sind. Dabei geht es zumal um die durchchristlichte Bewusstseinsseele. Das zwölfte und das dreizehnte Jahrhundert bildeten die Übergangszeit nach der sogenannten Bewusstseinsseele Periode. Das könnte also ein Hinweis sein. 

Die Zukunftsperspektive 

Rudolf Steiner beschreibt in seiner Autobiographie wie er kurz vor 1900 ein Christuserlebnis hatte. Er schreibt darüber: „Auf das geistige Gestanden-Haben vor dem Mysterium von Golgatha in innerster Erkenntnis - Feier kam es bei meiner Seelen - Entwickelung an“ (Lit. 14). 

Dieses Erlebnis hat bei ihm eine grundlegende Änderung hervorgerufen, die auch bestimmend wurde für das Charakter der Anthroposophie. Darin steht der Begriff „Christus-Impuls“ zentral (einschließlich der Wirkung der dazugehörigen Gegenmächte!). 

Er hat auch hingewiesen auf die Tatsache dass der abendländische Mensch nach 1900 in zunehmendem Masse imstande sein würde um „Über die Schwelle“ zu gehen. 

Die heutige Entwickelung der „neuen Spiritualität“ hat damit zweifellos zu tun. Rudolf Steiner hat in verschiedenen Büchern und Vorträgen auf diese Entwickelung gewiesen. 

Er hat allerdings auch Bemerkungen zu diesen Erscheinungen gemacht. Eine neue Spiritualität ohne soziale Dimension ist seiner Meinung nach kontraproduktiv. Er hat dafür in einem Vortrag am 12. Dezember 1918 in Bern nachdrücklich und in unmissverständlicher Weise gewarnt. Er hat es aber damals in positivem Sinne gesagt: „Der Christus-Impuls ruft uns auf um aus freiem Seelenentschluss heraus die sozialen Impulse bewusst aufzunehmen, alles das, was der Menschheit heilsam ist und helfen kann, frei aus der Seele heraus aufzunehmen. “ (GA 186, Seite 185). 

 

Wir haben festgestellt das diese soziale Dimension tatsächlich auch „the proof of the pudding“ ist wenn es um Stigmatisation handelt. 

Auch innerhalb der christlichen Theologie kann eine interessante Entwickelung dazu beobachtet werden. Im 20. Jahrhundert spielte die Entmythologisierungstheologie eine große Rolle. Seit der vergangenen Jahrhundertwende gibt es aber einen Umschlag. 

Bei vielen Menschen kann man sprechen von einem zunehmenden spirituellen Erlebnis. Dass äußert sich unter anderem in Gotteserlebnissen und in Erlebnissen einer Christusbegegnung. Beide Prozesse sind ausgesprochen persönlich. Verschiedene Theologen beschaffen sich hiermit; in Holland betrifft das zum Beispiel die PKN Theologen Henk de Roest und Martien Brinkman. Bei Henk de Roest handelt es sich zumal um Ereignissen in unserem direkten Umfeld und bei Martien Brinkman um weltweite Entwickelungen. 

In gleicher Patrone fügt sich das zunehmende Reinkarnationsbewusstsein in der westlichen Welt. Heute ist das schon bei rund 25% der Bevölkerung von Europa und Nord Amerika vorhanden (Lit. 15). 

Rudolf Steiner hat die Entwickelung von Mensch und Menschheit in sieben Stufen aufgegliedert. Er nennte diese Stufen „Kulturepochen“. Die vierte Kulturepoche situierte er von 747 vor Christus bis 1413 nach Christus und die fünfte von 1413 bis 3573. Wir befinden uns in dieser fünften Kulturepoche. Darin bereiten wir uns auch vor auf die sechste Kulturepoche, die über rund 1500 Jahre anfangen wird. Kennzeichnend für diese sechste Epoche ist die bedingungslose Liebe, die Rudolf Steiner bezeichnete als „Schlüssel von David“. Er nannte diese Periode „Philadelphia“, unter Bezug auf die sieben Gemeinden in der Apokalypse. 

Wir befinden uns also auf halbem Wege zwischen „Golgatha“ und „Philadelphia“. 

Die heutige Entwickelung erfordert „Durchchristlichung“. Dabei wirkt der Christusimpuls via den Mensch ein auf die Entwickelung von Mensch, Menschheit und Welt. Der Mensch wir dabei, in Freiheit, um Mitwirkung gebeten: „Dieu a besoin des hommes“. Anders wird nichts passieren. 

Dieses Prozess von Durchchristlichung kennt drei Aspekte. Der erste Aspekt ist das Christuserlebnis. Das tritt auf in der täglichen Lebenspraxis, aber auch in besonderen Lagen, wie während eines Kults, oder beim Lesen vom heiligen Schrift, bei Meditation oder im Gebet, wenn man „den Weg nach innen“ geht. 

Der zweite Aspekt ist die Bewusstwerdung über diese Ereignisse. Man stellt Fragen und versucht den Zusammenhang zu finden. Was ist da eigentlich los? Das spielt auch bei Exegese und Theologie. 

Der dritte Aspekt betrifft das Erwerben von Erkenntnis. Wie können wir es einordnen in einer Entwickelungsperspektive von „α bis ω“? 

Für alle drei Aspekte können die Errungenschaften der Stigmatisation, wie sie vorgehend beschrieben wurden, eine Rolle spielen. Die Anthroposophie kann hierzu, als „Erkenntnisweg“, einen Mehrwert liefern. 10 

 

Das Gesprächstreffen am 13. Oktober 2012 

Am Gesprächstreffen waren 50 Personen beteiligt, wovon 28 Frauen und 22 Männer. Eine gute Verschiedenheit an Meinungen brachte eine lebendige Diskussion hervor. 

Bei der ersten Frage, nach der Bilanz nach acht Jahren, gab es erst allgemeine Fragen: Was geschieht bei Stigmatisation, was ist die Bedeutung für die Umwelt und warum tritt es jetzt auch innerhalb der anthroposophischen Gemeinschaft auf? Was ist das Verhältnis zwischen das Schauen von Rudolf Steiner und die Zeitreisen von Judith von Halle? Gibt es ein Verhältnis mit der Zunahme von Schwellenerfahrungen nach 1899, das Ende der Kali Juga Epoche? 

Es geht bei Judith von Halle nicht nur um die Qualität ihrer Vorträge und Bücher, sondern auch um die Ausstrahlung, die als „besonders liebevoll“ wird erfahren. 

Aber warum müsste dieses zu Spannungen innerhalb der anthroposophischen Gemeinschaft führen? 

Einerseits wird die Forschungsarbeit von Sergej O. Prokofieff an dieses Thema anerkannt. Als Fragestellung hätte diese Arbeit bestimmt wertvoll sein können. Seine Schlussfolgerungen und Argumente sind aber derartig absolut formuliert, das dabei kein Raum für ein Gespräch entstehen kann. 

Die kategorische Abweisung der Stigmatisation und der Tätigkeiten von Judith von Halle von den Vorständen der Deutschen bzw. von der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft haben offensichtlich zu einem „Cordon sanitaire“ Lage geführt. Die Mitglieder wurden darüber nicht informiert und können sich darüber nicht aussprechen. Das wurde von vielen Anwesenden sehr bedauert. 

Geht es hier um eine mangelhafte Kommunikation, oder spielen auch Kompetenzfragen eine Rolle? 

Aus der Ergebnissen der Religionswissenschaften bildeten sich einige Fragen über der Hintergrund der Erscheinungen. Treten derartige Erscheinungen auch bei anderen Religionen auf? Hat Buddha hierbei noch eine bestimmte Funktion? Wie müsste man das Auftreten der Blutsmale beurteilen? Was ist der Kraft hinter dem Geschehen? 

Judith von Halle hat darüber geschrieben: „Diese umgewandelte Leibesorganisation bezieht sich auf Leib, Seele und Geist und wird hervorgerufen durch die christliche Eigenschaft des Mitleids, des Mitleidens“ (Lit. 1, Seite 35). 

Diese Aussprache erinnert uns an den Begriff „Compassion“ (Karen Armstrong), das in der heutigen Theologie eine bedeutende Rolle spielt als Gegengewicht zu den Verhärtungstendenzen in der Gesellschaft. 

Die Frage ist wie sich die Begegnung mit Christus, als ein in zunehmendem Maße universelles Phänomen, verhält zu der Vereinigung mit Christus, die zur Stigmatisation führen kann. 

Bei der Begegnung mit Christus kann man – in allererster Instanz! – vielleicht in Seinen Augen blicken, und darin die intensive Trübsal als Auswirkung des Schmerzes das die Menschen trifft – und oft einander antun. 

Bei der mystischen Vereinigung mit Christus – ebenso in allererster Instanz – kann man aber auch durch Seinen Augen blicken. Und dabei sieht man wahrscheinlich doch noch etwas anders! 11 

Dazu kommt die Frage wie sich Stigmatisation zur Anthroposophie verhält. 

Ist die Anthroposophie im Stande einen Beitrag zu leisten bei der Beantwortung von den noch vielen vorliegenden religionswissenschaftlichen Fragen mit Beziehung zur Stigmatisation? 

Was geschieht überhaupt wenn man regulär wissenschaftliche Ergebnisse zusammenbringt mit den Ergebnissen der geisteswissenschaftlichen Forschung von Rudolf Steiner? Man könnte das vergleichen mit einem Gewebeprozess. Die reguläre Wissenschaft liefert dabei die „Kette“ von oft Jahrhunderte langen Beobachtungen und Betrachtungen. Die Anthroposophie bildet dann den Einschuss, der Zusammenhang und Muster liefert. 

Ein Beispiel ist die Bedeutung des ganzen Geschehens für das Zukunftskarma, wie zum Beispiel bei Franz von Assisi. Dabei kann man auch die Aussprachen von Rudolf Steiner über die „spirituelle Ökonomie“ beziehen. Was geschieht mit den Individualitäten von Personen die während ihrer Inkarnation stigmatisiert wurden? Bekommen diese vielleicht auch noch eine besondere Mission während des Zeitraumes zwischen Tod und Neugeburt, wie eine Unterstützung der Erdenmenschen bei ihrer Entwickelung? 

Es bleiben noch vielen offenen Fragen übrig, wie über die Art der Konstitutionsänderung. Wie ändern sich dabei die einzelnen Wesensglieder, und was geschieht im Besonderen mit dem „Ich“? 

Wie bekommt den stigmatisierten Mensch, der keine Nahrung ertragen kann, doch genügend „Energie“? 

Kann bedingungslose Liebe einen Auferstehungskraft bilden? Etwas davon hat für uns den Anschein spürbar zu sein wenn wir für etwas eine große Begeisterung haben. 

Wie müssen wir in diesem Lichte das Meditieren beurteilen? 

Gibt es einen Zusammenhang mit den sog. „heimatlosen Seelen“? 

Können wir dieses Ereignis vielleicht besser verstehen wenn wir es von einer Zukunftsperspektive aus betrachten im Strom von drei Kulturepochen: von der vierten, fünften und sechsten? 

Während der vierten Kulturepoche fand das Mysterium von Golgatha statt. Der Mensch fing an seine „Ich“- Organisation zu bilden und entwickelte zumal die Freiheit als menschliche Eigenschaft. 

In der fünften Kulturepoche, in der wir jetzt leben, entwickelt sich diese Freiheitseigenschaft weiter und wird daran die Verantwortlichkeit hinzugefügt. 

In der sechsten Kulturepoche, die in etwa 1500 Jahren anfangen wird, handelt es sich zumal um die Qualität der bedingungslosen Liebe: „das Schicksal des anderen ist auch mein Schicksal“. Wir sind jetzt daran diese Eigenschaft zu entwickeln. Das Instrument dabei ist das Mitleid. 

Können wir in diesem Lichte etwas mehr erfassen vom Hintergrund des Stigmata - Mysteriums? 12 

 

Literatur 

1. ‚Und wäre Er nicht auferstanden…Die Christusstationen auf dem Wege zum geistigen Menschen‘, mit Beiträgen von Peter Tradowsky, 3. Auflage 2009. 

2. Wolfgang Garvelmann (†) ‘Sie sehen Christus – Erlebnisberichte von der Passionszeit und der Auferstehung Christi. Eine Konkordanz: Anna Katharina Emmerick, Therese Neumann, Judith von Halle‘. Verlag am Goetheanum, 2008. 

3. Sergej O. Prokofieff ‚Das Mysterium der Auferstehung im Lichte der Anthroposophie‘, Verlag Freies Geistesleben, 2008. Es betrifft den ‚Anhang‘. 

4. Peter Tradowsky ‚Stigmatisation – Ein Schicksal als Erkenntnisfrage‘, Verlag am Goetheanum, 2009. 

5. Brief vom AAG Vorstand an W. Gutberlet und B. Hardorp vom 28. Oktober 2008. 

6. Sergej O. Prokofieff ,Und die Erde wird zur Sonne, Verlag des Ita Wegman Instituts, 2012. Auch hier geht es um den ‚Anhang‘. 

7. Rob Steinbuch ,Stigmata im Lichte der Anthroposophie’ 2011. 

8. Johannes Maria Höcht ,Träger der Wundmale Christi’, Christiana-Verlag, 2004. 

9. Michael Hesemann ,Stigmata – Sie tragen die Wundmale Christi‘ Verlag ‚Die Silberschnur‘ 2006. 

10. W.M. Speelman (red.) ,Wondtekenen, wondertekenen – Over de stigmatisatie van Franciscus’ Van Gorcum 2006. 

11. Rudolf Steiner ‘Vor dem Tore der Theosophie’ GA 95, pag. 126 – 130. 

12. Ita Wegman ,Im Anbruch des Wirkens für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlicher Menschenkunde‘ Jahrgang II, Heft 3/4 , September/Oktober 1927, Natura-Verlag, Arlesheim/Schweiz 1956. 

13. Rob Steinbuch ,Ita Wegman und Rudolf Steiner über Stigmata‘ 2012. 

14. Rudolf Steiner ,Mein Lebensgang ’ GA 28, am Ende von Kapitel 26. 

15. Helmut Obst ‚Reinkarnation- Weltgeschichte einer Idee‘ Verlag C.H. Beck, München, 2009. 

 

Lit. 5, 7, 12 en 13 sind auf Anfrage erhältlich . 

Bücher von Judith von Halle 

‚Und wäre Er nicht auferstanden … Die Christus-Stationen auf dem Weg zum geistigen Menschen‘, mit Beiträgen von Peter Tradowsky, 3. Auflage 2009. 

‚Das Vaterunser - Das lebendige Wort Gottes‘ (I), 2. Auflage 2007. 

‚Von den Geheimnissen des Kreuzweges und des Gralsblutes (II)‘ 2. Auflage 2008. 

‚Das Abendmahl – Vom vorchristlichen Kultus zur Transsubstantiation (III)‘, 2. Auflage 2008. 

‚Von Krankheiten und Heilungen – und von der Mysteriensprache in den Evangelien (IV)‘, 2007. 13 

‚Der Abstieg in die Erdenschichten – auf dem anthroposophischen Schulungsweg (V)‘, 2. Auflage 2009. 

‚Vom Mysterium des Lazarus und der drei Johannes - Johannes der Taufer - Johannes der Evangelist – Johannes Zebedäus (VI)‘, 2009. 

‚Vom Leben in der Zeitenwende - und seinen spirituellen Hintergründen (VII)‘, 2009. 

‚Der Weihnachtsgedanke der Isis-Horus-Mythe - Vom monotheistischen Urverständnis der ägyptischen Mysterien (VIII)‘, 2009. 

‚Das Christliche aus dem Holze herausschlagen…- Rudolf Steiner, Edith Maryon und die Christus-Plastik‘, 2. Auflage 2008. 

‚Die Holzplastik des Goetheanum - Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman‘, zusammen mit John Wilkes (†), 2008. 

‚Die Demenzerkrankung – Anthroposophische Gesichtspunkte,‘ 2. Auflage 2010. 

‚Die Christus-Begegnung der Gegenwart und der Geist des Goetheanum‘, 2010. 

‚Krise und Chance - Die Freie Hochschule und ihre Bedeutung für das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft‘, 2010. 

‚Joseph von Arimathia und der Weg des heiligen Gral (IX)‘, 2011. 

‚Rudolf Steiner, Meister der weißen Loge – zur okkulten Biographie‘, 2011. 

‚Die Jünger Christi – Vom Mysterienhintergrund der zwölf Apostel (X)‘, 2012. 

‚Die Templer Der Gralsimpuls im Initiationsritus des Templerordens. Band I‘, 2012. 

Die Bücher mit römischen Ziffern bilden die Reihe “Beiträge zum Verständnis des Christus-Ereignisses“. 

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Ultima modifica il Lunedì, 27 Marzo 2017 20:23
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Piero Cammerinesi
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